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Einzelfallstudie zu talking hands

Einzelfallstudie zu talking hands

Wirkung der talking hands flipbooks auf die kommunikative Partizipation eines Grundschulkindes mit Down-Syndrom im Gemeinsamen Unterricht

Hallo! Mein Name ist Saskia Wiesner und ich bin Lehramtsanwärterin im förderpädagogischen Bereich. Durch ein Seminar an der Universität Erfurt bin ich auf die talking hands flipbooks gestoßen, fand die Idee hinter dem Gebärdenmaterial  spannend und wollte es gerne in der Praxis ausprobieren.

Ich habe mich dazu entschlossen, meine Masterarbeit über die talking hands flipbooks zu schreiben (Sommersemester 2022). Dafür führte ich eine Einzelfallstudie durch und prüfte wissenschaftlich fundiert das Potential, dass die talking hands flipbooks einen positiven Einfluss auf kommunikative Prozesse von Kindern mit Down-Syndrom nehmen. Das Thema meiner Masterarbeit lautete: „Wirkung der talking hands flipbooks auf die kommunikative Partizipation eines Grundschulkindes mit Down-Syndrom im Gemeinsamen Unterricht“.

Für die Einzelfallstudie führte ich ein Projekt an einer integrativen Grundschulkasse in Thüringen mit einem achtjährigen Mädchen mit Down-Syndrom durch. Die Klasse begleitete ich vier Wochen dabei, mittels der talking hands flipbooks Gebärden zu lernen und sie anzuwenden. Die kommunikative Teilhabe des Mädchens mit Down-Syndrom untersuchte ich anhand von empirischen Forschungsmethoden (standardisierter Fragebogen und Videoanalysen) vor, während und nach dem Projekt. Zusammengefasst kam ich auf folgende Ergebnisse: mit dem Gesamtwert des standardisierten Fragebogens konnte nachgewiesen werden, dass sich die kommunikative Teilhabe des Mädchens mit Down-Syndrom nach dem Projekt leicht erhöht hat. Außerdem zeigen die Videoanalysen, dass der Einsatz der talking hands flipbooks das Sprechen der Schülerin mit Down-Syndrom angeregt und sich der Blickkontakt zu Kommunikationspartner:innen vermehrt hat. Das Mädchen baute zudem eigenständig häufiger Gebärden in ihre Kommunikation ein. Des Weiteren wurde ihr öfter mit Gesten und Gebärden begegnet. Die Einzelfallstudie liefert erste Daten, dass sich die talking hands flipbooks positiv auf die kommunikative Partizipation eines Grundschulkindes mit Down-Syndrom auswirken können. Darüber hinaus fällt auf, dass die talking hands flipbooks für gelingende kommunikative Prozesse sensibilisieren und Aufmerksamkeit auf die Thematik lenken.

Neben den Forschungsergebnissen haben sich in meinem Projekt gute Anwendungsmöglichkeiten für die talking hands flipbooks ergeben. Hier meine fünf Tipps für die Praxis:

  • die flipbooks in routinierten Kommunikationsabläufen nutzen
    (z.B. im Morgenkreis: Tag, Wetter, Gefühle)
  • Spiele zum Einprägen von Gebärden
    (z.B. Stopp Tanz, Zuordnungsspiele, Bingo, Memory)
  • Gebärden in Liedern und Geschichten einbauen
    (z.B. Guten Morgen Lied, in Gedichten, Erzählungen)
  • Übergehen zu kommunikativ bedeutsamen Wendungen
    (z.B. Fragen stellen, Bitten)
  • Anreize für kontinuierliche Anwendung schaffen
    (z.B. Gebärde der Woche).

Jede Lerngruppe ist verschieden und deshalb ist eine gewisse Kreativität gefragt. Doch es lohnt sich! Am wichtigsten ist wohl: ausprobieren und Freude daran haben.

Liebe Grüße

Saskia

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