Rutschen, schaukeln, baggern – Ein Spielplatz voller Sprache

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Der Spielplatz ist ein wahres Abenteuerland – und ein perfekter Ort, um Gebärden ganz nebenbei einzusetzen und zu lernen. Wenn dein Kind auf die Rutsche zusteuert oder auch schon oben steht, könnt ihr gemeinsam die Gebärde für „rutschen“ machen. So verknüpft dein Kind das Zeichen mit der Bewegung, dem Lachen, dem Kribbeln im Bauch.
Auch bei der Schaukel ist das wunderbar umsetzbar: Die Gebärde für „schaukeln“ lässt sich leicht einführen, wenn du fragst: „Willst du schaukeln?“ und dabei die Gebärde zeigst.
Für viele kleine Baustellen-Fans ist der Sandkasten das Highlight. Die Gebärde für „Bagger“ macht es möglich, dass dein Kind klar sagen kann, womit es spielen möchte – und du musst nicht alle Spielzeuge durchprobieren, um es herauszufinden.
Für Fortgeschrittene: Die „Nochmal-Version“
Ihr seid gerade am Schaukeln oder Rutschen und dein Kind kennt die Gebärden schon und ihr wollt die sie mit einem bereits bekannten Wort verbinden und vertiefen? Vor dem Anstoßen kannst du die Gebärden für „schaukeln“ und „nochmal“ zeigen und fragen: „Willst du nochmal schaukeln?“ oder dein Kind ist gerade unten an der Rutsche angekommen und möchte „nochmal rutschen“. Auch hier lässt sich die Nachfrage ganz leicht mit den Gebärden begleiten.



Praktische Helfer: WC, heiß & trinken
„WC“ ist ein echter Rettungsanker, wenn es plötzlich dringend wird. So vermeidest du hektische Ratespiele – und ihr kommt rechtzeitig an.
An heißen Sommertagen ist „heiß“ eine hilfreiche Gebärde, um zum Beispiel auf zu warme Rutschen oder Klettergerüste hinzuweisen. Dein Kind lernt, eine mögliche Gefahr zu benennen, bevor es sich weh tut oder kann sich dir mitteilen, wenn ihr weiter entfernt seid und du nicht weißt was los ist.
„trinken“. Gerade an heißen Sommertagen vergessen Kinder oft, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wenn dein Kind „trinken“ gebärden kann, wird es leichter, daran zu erinnern – oder selbst daran erinnert zu werden.
Der größte Vorteil? Ihr dürft auch einfach auf der Parkbank s
itzen bleiben, euch weiter unterhalten und müsst auch nicht über den Spielplatz rufen, wenn die Gebärden schon in eurer Kommunikation vertieft sind.
So gelingt’s im Alltag
- Immer in der Situation gebärden: Zeige das Zeichen genau dann, wenn die Handlung passiert.
- Wiederholen, ohne Druck: Kinder lernen am besten, wenn es spielerisch bleibt.
- Spaß vor Perfektion: Es geht nicht darum, dass die Gebärde zu 100 % perfekt ist – sondern dass ihr euch versteht.
- Alle einbeziehen: Geschwister, andere Kinder oder Großeltern dürfen gerne mitmachen – so verbreiten sich die Gebärden ganz natürlich.
Gemeinsam wachsen – ein Handzeichen nach dem anderen
Gebärden auf dem Spielplatz sind mehr als nur ein Kommunikationswerkzeug – sie sind kleine Brücken zwischen deinem Kind und seiner Umwelt. Sie helfen, Wünsche klar auszudrücken, Missverständnisse zu vermeiden und Momente der Nähe zu schaffen.
Also: Packt beim nächsten Spielplatzbesuch nicht nur Eimer und Schaufel ein – sondern auch ein paar Gebärden. Fangt mit „rutschen“, „schaukeln“, „Bagger“, „nochmal", „WC“, „heiß“ und „trinken“ an – und schaut, wie sich euer Miteinander verändert. Denn mit jedem Handzeichen wächst nicht nur der Wortschatz deines Kindes – sondern auch eure Verbindung.